Solaranlage kaufen und von der Sonnenenergie profitieren

Wollen Sie eine neue Solaranlage kaufen, sollten Sie Ihr Vorhaben umfangreich planen. Verbraucher stehen dabei oftmals vor einem großen Fragenkatalog: Photovoltaik oder Solarthermie? Was ist überhaupt der Unterschied? Was sind die Voraussetzungen für eine Solaranlage? Wie groß muss sie sein? Und wie erkenne ich die Qualität der Anlagen? Wir klären auf und beantworten für Sie all diese Fragen.

Was Sie hier erfahren

  1. Typen von Solaranlagen: Photovoltaik und Solarthermie
  2. Voraussetzungen für Ihre Solaranlage
  3. Wie groß muss die Solaranlage sein?
  4. So erkennen Sie die Qualität einer Solaranlage
Solaranlage wird nach dem Kauf installiert

Typen von Solaranlagen: Photovoltaik und Solarthermie

Wollen Sie eine neue Solaranlage kaufen, müssen Sie sich zunächst zwischen Photovoltaik und Solarthermie entscheiden. Beide Begriffe beschreiben technische Verfahren, wie sich mit Hilfe des Sonnenlichts bzw. der Sonnenstrahlung Solarenergie gewinnen lässt. Die Unterscheidung der beiden Methoden liegt in der Umwandlung der Solarenergie. So verwenden Photovoltaik-Anlagen Solarzellen, die zu Modulen zusammengefasst werden, und erzeugen mithilfe der Sonnenenergie Strom. Solarthermie-Anlagen hingegen bedienen sich Kollektoren und produzieren Wärme, die zum Heizen oder zur Warmwasseraufbereitung genutzt werden kann. Letztendlich müssen Sie sich also entscheiden, ob Ihre neue Solaranlage Strom oder Wärme produzieren soll.

Solaranlage kaufen: Individuelle Voraussetzungen

Wenn Sie eine neue Solaranlage kaufen wollen, sollten Sie einige Voraussetzungen berücksichtigen, damit ein optimaler Betrieb des Systems gewährleistet ist.

Der Standort

Der Standort der gewünschten Solaranlage ist ein wichtiger Faktor für die Rentabilität. Denn ohne Sonne kein Ertrag. Daher versprechen Solarthermie und Photovoltaik insbesondere in den südlicheren Gefilden der Bundesrepublik bessere Resultate. Das heißt jedoch nicht, dass sich derartige Anlagen in nördlichen Lagen nicht rechnen. Hier kann beispielsweise mit erhöhter Modul-/Kollektorfläche nachgeholfen werden.

Das Dach

Üblicherweise werden Solaranlagen auf Hausdächern angebracht. Diese Fläche wird im Normalfall nicht anderweitig benötigt und immer von der Sonne angestrahlt. Im Idealfall verfügt Ihr Haus über ein Pultdach (s. Grafik), der optimale Neigungswinkel liegt zwischen 30 und 45 Grad. Ein bedeutender Faktor ist zudem die Ausrichtung des Dachs: Südlage ist ideal, aber auch eine westliche und östliche Ausrichtung ermöglicht noch passable Erträge. Beachten Sie das, wenn Sie eine Solaranlage kaufen wollen.

Außerdem sollte Ihr Dach die statischen Voraussetzungen erfüllen, um das zusätzliche Gewicht der Kollektoren/Module tragen zu können. Denn als Anlagenbetreiber sind Sie selbst verantwortlich für die ausreichende Statik, nicht der Installateur der Solaranlage. Die fachkundigen Partner von solaranlagen-vergleich.org übernehmen auch eine entsprechende Überprüfung Ihres Dachs, damit ein optimaler Betrieb gewährleistet ist.

Pultdach

Die beste Leistung für eine Solaranlage erzielt ein Pultdach.

Eventuelle Beschattung

Achten Sie darauf, dass möglichst keine Teile der Modul-/Kollektorfläche beschattet werden. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ein hoher Baum vor dem Haus seinen Schatten aufs Dach wirft.

Ihre Immobilie muss keinesfalls alle diese Voraussetzungen erfüllen, wenn Sie eine neue Solaranlage kaufen wollen. Ob diese rentabel ist, muss für jeden Fall individuell kalkuliert werden.

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Solaranlage kaufen: Wie groß muss die Anlage sein?

Die Größe einer Solaranlage ist maßgeblich von der Zahl der Personen im Haushalt und damit vom Bedarf abhängig. Auch hier lohnt sich eine Unterscheidung in Photovoltaik und Solarthermie, um die Frage sinnvoll zu beantworten.

Wie groß muss eine Photovoltaik-Anlage sein?

Photovoltaik-Anlagen benötigen grundsätzlich mehr Fläche als Solarthermie-Anlagen. Nutzen Sie die folgenden Angaben lediglich als Faustregel, eine individuelle Kalkulation ist in jedem Fall unabdingbar.

Pro Kilowatt-Peak (kWp) und Jahr erzeugt eine Photovoltaik-Anlage zwischen 800 und 900 Kilowattstunden (kWh) Strom und benötigt dafür 8 bis 10 Quadratmeter Modulfläche. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt hat einen jährlichen Strombedarf von rund 4.000 kWh. Somit werden 5 Kilowattpeak benötigt (4.000 kWh Bedarf geteilt durch 800 kWh Produktion pro kWp). Daraus ergibt sich eine benötigte Kollektorfläche von 40 bis 50 Quadratmeter (5 kWp mit je 8 bis 10 qm Modulfläche). Die folgende Tabelle liefert einige ungefähre Werte für verschiedene Haushaltsgrößen.

Benötigte Modulfläche einer Photovoltaikanlage

Zahl der Personen im Haushalt Benötigte Modulfläche
1 9 bis 15 qm
2 20 bis 25 qm
3 30 bis 37,5 qm
4 40 bis 50 qm
5 50 bis 62,5 qm
6 60 bis 75 qm

Beachten Sie, dass mit diesen Werten der komplette Stromverbrauch des Haushalts abgedeckt wird. Eine Einspeisung ins öffentliche Netz ist hierbei nicht berücksichtigt. Außerdem besteht die Möglichkeit, nur einen Teil des Stromverbrauchs abzudecken, was die Modulfläche entsprechend reduziert.

Wie groß muss eine Solarthermie-Anlage sein?

Die Größe einer Solarthermie-Anlage ist nicht nur von der Anzahl der Personen im Haushalt abhängig, sondern auch vom Zweck des Systems. Grundsätzlich haben Sie die Möglichkeit, die Solarthermie zur Warmwasseraufbereitung oder zur Heizungsunterstützung zu nutzen. Außerdem spielt die Art des Kollektors eine wichtige Rolle: Flachkollektoren benötigen im Vergleich zu Röhrenkollektoren mehr Platz.

Als grobe Faustregel zur Warmwasseraufbereitung gilt: Pro Person werden 1,5 qm (Flachkollektor) bzw. 1,25 qm (Röhrenkollektor) Kollektorfläche benötigt. Die folgende Tabelle veranschaulicht die Werte für verschiedene Haushaltsgrößen.

Warmwasseraufbereitung: Benötigte Kollektorfläche für verschiedene Haushaltsgrößen

Zahl der Personen im Haushalt Flachkollektor-Fläche Röhrenkollektor-Fläche
1 1,5 qm 1,25 qm
2 3 qm 2,5 qm
3 4,5 qm 3,75 qm
4 6 qm 5 qm
5 7,5 qm 6,25 qm
6 9 qm 7, 5 qm

Die Heizungsunterstützung mit einer Solarthermie-Anlage ist etwas flächenintensiver. Hier benötigen Sie pro Person rund 2,25 qm (Flachkollektor) bzw. 1,75 qm (Röhrenkollektor). Die folgende Tabelle gibt einen Überblick für verschiedene Haushaltsgrößen.

Heizungsunterstützung: Benötigte Kollektorfläche für verschiedene Haushaltsgrößen

Zahl der Personen im Haushalt Flachkollektor-Fläche Röhrenkollektor-Fläche
1 2,25 qm 1,75 qm
2 4,5 qm 3,5 qm
3 6,75 qm 5,25 qm
4 9 qm 7 qm
5 11,25 qm 8,75 qm
6 13,5 qm 10, 5 qm

Grundsätzlich benötigt Solarthermie also wesentlich weniger Dachfläche als Photovoltaik-Systeme. Dies sollten Sie berücksichtigen, wenn Sie eine Solaranlage kaufen.

So erkennen Sie die Qualität einer Solaranlage

Für den Laien ist die Qualität von Solaranlagen nur schwer und schon gar nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Die Unterschiede bei den Modulen/Kollektoren liegen im Fertigungsprozess und sind technischer Natur.

Laut Stiftung Warentest erfüllen zwei Drittel der Photovoltaik-Modul-Hersteller höchste Anforderungen. Als Qualitätskriterium können Sie hier den Wirkungsgrad des jeweiligen Moduls heranziehen. Diese Prozentzahl beschreibt, welcher Anteil der Sonnenenergie letztendlich in Strom umgewandelt wird. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die verschiedenen Module.

Modultypen für Photovoltaik

Modultyp Wirkungsgrad Anschaffungskosten Montagekosten
Monokristallin 17 – 21 % Hoch Hoch
Polykristallin 15 – 18 % Gering Mittel bis Hoch
Dünnschicht 12 – 16 % Mittel Gering

Kollektortypen bei Solarthermie-Anlagen

In puncto Solarthermie-Anlagen müssen Sie sich zwischen Flach- und Röhrenkollektoren entscheiden. Grundsätzlich benötigen Flachkollektoren mehr Fläche, sind jedoch langlebig und robust und bieten viele Gestaltungsmöglichkeiten. Durch die schlichte Konstruktion geht aber auch viel Wärme verloren. Röhrenkollektoren punkten mit weniger Wärmeverlusten und geringerem Platzbedarf. In jedem Fall sollten Sie diese Entscheidung mithilfe einer individuellen Kalkulation treffen, bevor sie eine derartige Solaranlage kaufen.

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